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Digital vernetzt – menschlich verbunden

Digitale Werkzeuge und KI bieten neue Chancen für Gemeinden und Vereine: Die Dorfwerkstatt zeigt praxisnah, wie der Einstieg gelingt und mehr Zeit für menschliche Zusammenarbeit schafft.

Das Forum Dorf & Stadt unterstrich einmal mehr die zentrale Rolle der Gemeinden als Motor für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft

Im Fokus der Dorfwerkstatt „Digital vernetzt – menschlich verbunden“ stand die Frage, wie digitale Werkzeuge – insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) – sinnvoll eingesetzt werden können, um gleichermaßen Gemeinden und Ehrenamtliche zu entlasten und gleichzeitig Raum für kreative, zwischenmenschliche Arbeit zu schaffen. Aufgezeigt wurden dabei praxisnahe Wege für eine zukunftsfitte Gemeinde- und Vereinsarbeit.

Keine Angst vor Künstlicher Intelligenz (KI)

KI-Anwendungen in der Vereinsarbeit sind noch ein vergleichsweise junges Feld. Der Austausch in Vereinen erfolgt häufig niederschwellig über Social-Media-Gruppen, während die Öffentlichkeitsarbeit vieler Dorferneuerungsvereine weiterhin auf klassischen Tools basiert oder durch Gemeindebedienstete unterstützt wird.

Genau hier setzt die Digitalisierung an: KI-Tools bieten großes Potenzial, Routineaufgaben zu vereinfachen und effizienter zu gestalten. Voraussetzung ist der Mut, erste Schritte zu setzen und Anwendungen aktiv auszuprobieren.

Von der Skeptikerin zur Routiniere

Ein praxisnahes Beispiel lieferte Cornelia Engleder (Stadt Waidhofen an der Ybbs). Sie schilderte ihren persönlichen Weg von anfänglicher Skepsis gegenüber KI hin zur gezielten Nutzung verschiedener Tools – von der Pressetexterstellung bis hin zu einem maßgeschneiderten KI-Assistenten für die redaktionelle Arbeit im Team. Ihr Fazit: KI soll Routinearbeit übernehmen, damit mehr Zeit für kreative und strategische Aufgaben bleibt.

Mut ist eine Entscheidung. Nicht eine Eigenschaft, die manche haben und manche nicht. Sondern die Entscheidung, trotz Unsicherheit einen Schritt nach vorne zu machen.

Cornelia Engleder, Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, Stadt Waidhofen an der Ybbs

Christian Haider beleuchtete die Digitalisierung aus einer ganzheitlichen Perspektive. Sein Ansatz: Gemeinden sollten die digitale Transformation strukturiert und ressourcenorientiert angehen. Grundlage dafür ist ein klarer Vier-Stufen-Plan: Ist-Analyse, Definition des Handlungsbedarfs, Zielentwicklung sowie Planung und Umsetzung konkreter Maßnahmen.

Herausforderungen

Die Einführung von KI in der Gemeinde- und Vereinsarbeit bringt mehrere Herausforderungen mit sich:

  • Geringe Erfahrung und Unsicherheit im Umgang mit KI-Tools.
  • Fehlende klare Zuständigkeiten und strategische Herangehensweisen.
  • Hemmschwellen bei Ehrenamtlichen gegenüber neuen Technologien.
  • Begrenzte Ressourcen in Gemeinden und Vereinen.
  • Unklarer konkreter Nutzen im Arbeitsalltag.

Lösungsansätze für die Praxis

Die Dorfwerkstatt zeigte konkrete Wege auf, wie Gemeinden und Vereine den Einstieg in die KI-Nutzung erfolgreich gestalten können:

  • Mut zum ersten Schritt: KI-Tools regelmäßig ausprobieren und schrittweise in den Arbeitsalltag integrieren.
  • Bedarfsanalyse durchführen: Bestehende Aufgaben und eingesetzte Werkzeuge analysieren und gezielt durch KI ergänzen.
  • Klein starten: Zunächst einfache Routineaufgaben wie Pressetexte oder Einladungen mit KI erstellen, später komplexere Anwendungen entwickeln.
  • Klare Zuständigkeiten schaffen: Eine verantwortliche Person für Digitalisierung oder KI auf Gemeindeebene benennen.
  • Schulungen anbieten: Regelmäßige Weiterbildungsangebote helfen, Hemmschwellen abzubauen und Kompetenzen aufzubauen.
  • Nutzen sichtbar machen: Den konkreten Mehrwert – insbesondere Zeitersparnis – für die Vereinsarbeit klar kommunizieren.
  • Vernetzung stärken: Erfahrungsaustausch mit anderen Gemeinden und Dorferneuerungsvereinen sowie externe Unterstützung nutzen.

Die zentrale Erkenntnis der Dorfwerkstatt: Digitalisierung und KI sind kein Selbstzweck, sondern Werkzeuge, die sinnvoll eingesetzt werden müssen. Wenn es gelingt, technologische Möglichkeiten mit menschlicher Zusammenarbeit zu verbinden, entstehen neue Freiräume für engagierte, lebendige Gemeinde- und Vereinsarbeit.