Sechs Gemeinden, ein Wirtschaftsraum
Gelebte Gemeindekooperation im Waldviertel: Durch Zusammenarbeit auf Augenhöhe, fairen Finanzausgleich und klare Strategie entsteht ein starker Wirtschaftsraum.
© KR Lainsitztal
Mit interkommunaler Zusammenarbeit möchte die Kleinregion Lainsitztal die wirtschaftliche Entwicklung im ländlichen Raum gezielt stärken. Die sechs Gemeinden – Bad Großpertholz, Großschönau, Moorbad Harbach, St. Martin, Unserfrau-Altweitra und Weitra – bündeln ihre Kräfte, um ihre Standortpolitik gemeinsam und zukunftsorientiert zu gestalten.
Gemeinsame Struktur schaffen
Basierend auf einer regionalen Leitplanung und begleitet durch die Wirtschaftsagentur ecoplus wurde mit 1. Jänner 2024 eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GesbR) gegründet. Das Herzstück der Kooperation ist ein innovativer finanzieller Ausgleichsmechanismus: Während die Erschließungskosten bei der jeweiligen Standortgemeinde verbleiben, wird die Kommunalsteuer neu angesiedelter Betriebe in den definierten Betriebsgebieten unter allen Partnergemeinden aufgeteilt. Dadurch profitieren alle Gemeinden von Betriebsansiedlungen – unabhängig vom konkreten Standort.
Vorteile für alle Gemeinden
Diese Form der Zusammenarbeit bringt klare Vorteile für die beteiligten Gemeinden: Sie reduziert Konkurrenzdenken, schafft Planungssicherheit und ermöglicht eine strategische, abgestimmte Flächenentwicklung. Gleichzeitig stärkt sie die Verhandlungsposition gegenüber Investoren und erhöht die Attraktivität der Region im Wettbewerb mit Ballungsräumen wie Wien oder Oberösterreich.
Klare Strategie und Ziele
Zentrales Ziel ist eine starke gemeinsame Positionierung am Standortmarkt. Dafür wird eine regionale Marke aufgebaut, ergänzt durch klare Qualitätsstandards für Betriebsansiedlungen. So wird nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung gefördert, sondern auch einem ungeordneten Flächenverbrauch und Bodenspekulation aktiv entgegengewirkt. Die Region positioniert sich damit als attraktiver Arbeits- und Lebensraum mit klarer Identität.
Moderner Marktauftritt
Nach der erfolgreichen rechtlichen und organisatorischen Umsetzung liegt der Fokus nun auf einem modernen, gemeinsamen Marktauftritt. Dieser erfolgt bewusst digital: Die Kooperation wird in die bestehende Website der Kleinregion integriert und durch gezielte Online-Kampagnen (SEO und Social Media) sichtbar gemacht. Ergänzend sorgen professionelle Luftaufnahmen der Betriebsgebiete sowie visuell aufbereitete Inhalte für eine hochwertige Präsentation. Vor Ort wird die Zusammenarbeit durch Werbetafeln bei den Betriebsgebieten sichtbar gemacht.
Klare Abgrenzung
Das Projekt konzentriert sich klar auf strategische Steuerung und Vermarktung. Infrastrukturmaßnahmen wie Straßenbau oder Leitungsverlegung sind nicht Bestandteil der Kooperation. Diese klare Abgrenzung ermöglicht eine effiziente Umsetzung und zielgerichtete Nutzung der Ressourcen.
Erste Erfolge sichtbar
Ein erster Erfolg unterstreicht die Wirksamkeit des Ansatzes: Bereits ein Grundstück konnte an einen Investor vergeben werden, die Baueinreichung für einen neuen Betrieb liegt vor. Die Kleinregion Lainsitztal liefert damit ein überzeugendes Best-Practice-Beispiel für innovative, gemeindeübergreifende Wirtschaftskooperation in Niederösterreich.