Neue Maßstäbe in der Kinderbetreuung
Bad Erlach, Katzelsdorf und Lanzenkirchen zeigen, wie durch Zusammenarbeit gemeindeübergreifende Lösungen für aktuelle Herausforderungen in der Kinderbetreuung geschaffen werden können.
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Mit dem neu gegründeten Verein „BAKALA“ gehen die drei Gemeinden Bad Erlach, Katzelsdorf und Lanzenkirchen im Bezirk Wiener Neustadt einen zukunftsweisenden Weg in der Organisation der Kinderbetreuung über die Schulöffnungszeiten hinaus.
Effiziente Zusammenarbeit statt steigender Belastung
Steigende Kosten und zunehmender Personalmangel stellen viele Gemeinden vor große Herausforderungen. Bad Erlach, Katzelsdorf und Lanzenkirchen begegnen dieser Entwicklung mit einem klaren Konzept: Durch die Bündelung von Ressourcen und Know-how wird nicht nur die Organisation vereinfacht, sondern auch eine nachhaltige Entlastung der Gemeindebudgets erreicht. Konkret rechnet man mit Einsparungen von rund 85.000 Euro jährlich.
Ein zentraler Schritt ist die Abkehr von externen Dienstleistern. Stattdessen erfolgt die Anstellung der Pädagoginnen künftig direkt über den neu gegründeten Verein, der die operative Umsetzung der Nachmittagsbetreuung übernimmt. Das stärkt die regionale Verantwortung und schafft mehr Gestaltungsspielraum vor Ort.
Verein BAKALA als organisatorisches Rückgrat
Der Verein „BAKALA“ – benannt nach den Anfangsbuchstaben der beteiligten Gemeinden – übernimmt künftig eine Schlüsselrolle. Neben der Personalverwaltung wird auch die gesamte Organisation der schulischen Nachmittagsbetreuung zentral gesteuert.
In einer ersten Phase wird der tatsächliche Bedarf erhoben, um die Gruppengrößen optimal planen zu können. Aktuell geht man von rund 100 betreuten Kindern in den drei Gemeinden aus. Diese datenbasierte Planung ermöglicht eine bedarfsgerechte und effiziente Umsetzung.
Mehr Qualität durch pädagogische Angebote
Ein besonderer Mehrwert des Projekts liegt in der inhaltlichen Weiterentwicklung des Betreuungsangebots: Künftig wird eine zusätzliche Lernstunde am Nachmittag in Zusammenarbeit mit dem Lehrpersonal der Volksschulen angeboten. Damit wird die Betreuung nicht nur organisatorisch, sondern auch pädagogisch aufgewertet.
Wichtig für Eltern und Kinder: Die bestehenden Standorte bleiben unverändert. Die Betreuung erfolgt weiterhin in vertrauter Umgebung, während im Hintergrund die Organisation optimiert wird.
Die Umsetzung ist mit dem Start des kommenden Schuljahres im September 2026 geplant. Derzeit werden noch die personellen Anforderungen erhoben, um einen reibungslosen Start sicherzustellen.
Fazit
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie gemeindeübergreifende Kooperation als Erfolgsmodell funktionieren kann. Durch klare Strukturen, gemeinsame Zielsetzungen und den Mut zur Veränderung entstehen nachhaltige Lösungen mit Mehrwert für alle Beteiligten.
Die Zusammenarbeit von Bad Erlach, Katzelsdorf und Lanzenkirchen ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Gemeinden durch Kooperation effizienter, flexibler und zukunftsfit agieren können – ein echtes Best-Practice-Modell für die kommunale Kinderbetreuung in Niederösterreich.