Leerstandsmanagement Schmidatal Manhartsberg
Leerstandsmanagement, Ortskernbelebung und lebenswerte Gemeinden im Fokus – das zweijährige LEADER-Pilotprojekt setzt genau hier an und stärkt die Region langfristig.
© Dorf- & Stadterneuerung
Mit der Kick-Off-Veranstaltung in Hohenwarth fiel der offizielle Startschuss für das LEADER-geförderte Pilotprojekt in den 6 Gemeinden der Region Schmidatal Manhartsberg. Ziel des Projekts ist es, leerstehende Wohngebäude und ungenutzte Bauflächen in den Gemeinden Heldenberg, Hohenwarth-Mühlbach, Maissau, Sitzendorf an der Schmida und Ziersdorf zu aktivieren und damit die zukunftsorientierte Entwicklung lebendiger und lebenswerter Gemeinden voranzutreiben.
Zahlen und Fakten
Bereits erste Analysen zeigen die Dimension des Themas: In der Region stehen rund 12 Prozent des Wohngebäudebestandes leer – das entspricht etwa 690 Wohngebäuden. Zusätzlich sind rund 162 Hektar erschlossenes Bauland unbebaut.
Dieses Ausmaß zeigt: Leerstand ist kein Randthema. Leerstand ist ein riesiges Potenzial. Und es ist unsere gemeinsame Verantwortung, mit unseren Flächen, Gebäuden und Ortskernen sorgsam und nachhaltig umzugehen.
Regionsobmann Florian Hinteregger
Starke Unterstützung aus dem Bezirk
Für Bezirkshauptmann Karl-Josef Weiss ist Leerstand kein Schicksal. Es brauche Projekte wie dieses, die vorzeigten, wie Gemeinden gemeinsam neue Wege gehen können und damit anderen Regionen in Zukunft den Weg bereiten. Die im Landschaftspark Schmidatal Manhartsberg geleistete Pionierarbeit solle daher mit allen Kräften unterstützt werden, so Weiss.
Leerstand sichtbar machen
Um direkt ins Thema einzutauchen, wurden die Gäste des Kick-Offs bewusst in einem Leerstand empfangen. In den alten Gemäuern wurde mit einer Ausstellung veranschaulicht, welche Auswirkungen Leerstand gleichermaßen für Eigentümerinnen, Eigentümer, das Ortsbild, die Allgemeinheit und die Lebensqualität in den Gemeinden haben. So wurde deutlich, dass Leerstand nicht nur eine bauliche, sondern auch eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung darstellt.
Kommunikation und Zusammenarbeit
Projektleiterin Lena Weitschacher präsentierte beim Kick-Off die zentralen Arbeitspakete des Projekts. Der besondere Schwerpunkt liegt auf Kommunikation und Bewusstseinswandel. Das Projekt will über Leerstand informieren, Bewusstsein für seine negativen Auswirkungen schärfen, Vertrauen aufbauen, ins Gespräch kommen und beraten. Besonderes Augenmerk gilt der Freiwilligkeit und Zusammenarbeit. Private und öffentliche Interessen sollen sichtbar gemacht und gemeinsam neue Wege zur Reduktion von Leerstand entwickelt werden. Ziel sind Maßnahmen, die private Entscheidungen respektieren und gleichzeitig zu lebendigen Ortschaften beitragen.
Fachlicher Input der Dorf- & Stadterneuerung
Die Dorf- & Stadterneuerung arbeitet im Projekt mit und erstellt mittels GIS-Analyse eine kartographische Leerstandsanalyse für die beteiligten Gemeinden Diese Analyse ermöglicht es Leerstand systematisch zu identifizieren und unterstützt die Gemeinden bei weiteren Maßnahmen. Um die Analyseergebnisse gemeinsam mit lokalen Akteuren und Akteurinnen zu erläutern und die Ausgangslage einzuschätzen führt die DORN ergänzende Workshops in den Gemeinden durch.
Langfristiger Prozess
Mit dem Kick-Off beginnt bewusst kein Sprint, sondern ein Marathon: Das „Leerstandsmanagement Schmidatal Manhartsberg“ ist als langfristiger Prozess angelegt. Mit Ausdauer und Konsequenz sollen die Ortschaften im Landschaftspark Schmidatal Manhartsberg dauerhaft gestärkt, Ortskerne belebt und vorhandene Flächen sowie Gebäude verantwortungsvoll genutzt werden.
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Mag.a Regina Bauer-Engelbrecht
Leiterin Regionen & Gemeinden, Regionsleiterin Weinviertel
Kirchenplatz 4, 2020 Hollabrunn,
+43 676 885 91 115
11.02.2026