Leerstände im Thayaland im Blickpunkt
Leerstand aktiv nutzen: Expertinnen und Experten diskutierten im Thayaland konkrete Wege für lebendige Ortskerne und neue Perspektiven für Gemeinden im Waldviertel.
© KR Zukunftsraum Thayaland
Das hochaktuelle Thema Leerstand und dessen Bedeutung für die nachhaltige Ortskernentwicklung in den Gemeinden des nördlichen Waldviertels stand im Mittelpunkt eines Info- und Diskussionsabends in Gastern, zu dem die Kleinregion Zukunftsraum Thayaland im Rahmen des Innovationsnetzwerks „Trau Dich“ eingeladen hatte.
Die Region mit ihren 15 Mitgliedsgemeinden ist – wie viele ländliche Räume – besonders von demografischen Veränderungen, Fachkräftemangel und zunehmenden Leerständen in den Ortskernen betroffen. Mehr als 20 Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter nutzten die Gelegenheit, sich über Lösungsansätze, Chancen und konkrete Maßnahmen zur Aktivierung leerstehender Gebäude zu informieren.
Leerstand als Chance begreifen
Daniel Brüll, Ortskernkoordinator der NÖ Dorf- & Stadterneuerung, zeigte in seinem Vortrag auf, dass erfolgreiche Ortskernentwicklung ein strukturierter und langfristiger Prozess ist. Zentral dabei ist das klare Bekenntnis zum Planungsgrundsatz „Innen vor Außen“. Ebenso entscheidend ist die fundierte Analyse: Welche Arten von Leerstand gibt es? Welche Potenziale bieten die einzelnen Liegenschaften?
Durch die Einbindung relevanter Akteurinnen und Akteure sowie einen moderierten Entwicklungsprozess können Gemeinden gezielte Maßnahmenpläne erarbeiten und Schritt für Schritt umsetzen.
Leerstandsmanagement braucht Dialog
Josef Wallenberger, Experte für Standort- und Regionalentwicklung, betonte die Bedeutung aktiver Kommunikation und persönlichem Kontakt im Leerstandsmanagement. Die direkte Ansprache von privaten Eigentümerinnen und Eigentümern ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Im Dialog lassen sich gemeinsam Perspektiven entwickeln und Impulse für die Reaktivierung von Gebäuden setzen. Gleichzeitig gilt es, neue Nutzungsformen zu denken: von der Umnutzung von Einfamilienhäusern in mehrere Wohneinheiten bis hin zur Transformation ehemaliger landwirtschaftlicher Gebäude in leistbaren Wohnraum – angepasst an die Bedürfnisse der Region Waldviertel.
Baukultur und Zukunftsperspektiven
Architekt Benjamin Altrichter präsentierte abschließend sein Projekt „Kautzen 90 | 20 | 50 – Gestern | Heute | Morgen?“. Darin setzt er sich intensiv mit Baukultur, Leerstand und Flächenversiegelung im ländlichen Raum auseinander und zeigt konkrete nächste Schritte für eine nachhaltige Entwicklung auf.
Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Die Veranstaltung machte deutlich: Erfolgreiche Ortskernentwicklung braucht Zusammenarbeit, strategisches Vorgehen und innovative Ideen. Gemeinden, Expertinnen und Experten sowie Eigentümerinnen und Eigentümer müssen gemeinsam an Lösungen arbeiten, um Leerstände zu aktivieren und lebendige Ortskerne zu sichern.
29.04.2026