Kategorie

Ganzheitlichkeit

Träger

Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal

PLZ Ort

3204 Kirchberg/Pielach

Beschreibung

Die Region Pielachtal liegt nur etwa 100 km von Wien und Linz entfernt und erstreckt sich vom Rand der NO Kalkalpen mit waldreichen Bergen über eine sanfthügelige Landschaft bis hin zum Flachland rund um St. Pölten. Charakteristisch für die Region ist die kleinstrukturierte Landwirtschaft sowie die Pielach, eine der reinsten Flüsse des Alpenvorlandes, bekannt für ihren Fischreichtum und verantwortlich für die Fruchtbarkeit des umliegenden Landes. Besonders am Herzen liegt den Bewohnern der Region die Mariazellerbahn - ein Juwel unter den Schmalspurbahnen mit einer über 100-jährigen Geschichte und bekannt für ihre spektakuläre Bergtrecke. Eine weitere Besonderheit des Tales ist die seit nunmehr 10 Jahren bestehende hervorragende Zusammenarbeit der 8 Pielachtal-Gemeinden und die damit verbundene Gründung des Vereines “Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal“ sowie die Einrichtung des Regionalbüros zur Umsetzung der Projekte und als zentrale Anlaufstelle für die Bewohner und die Gäste des Tales. Entwicklungsziele für die Gemeinde Für die Region Pielachtal wurden folgende Entwicklungsziele festgelegt: Ausbau und Stärkung der Kreislaufwirtschaft und damit der regionalen Wertschöpfung und Einkommensbildung in der Region. Erhaltung und Sicherung des intakten Natur- und Kulturraumes in der Region als Voraussetzung für eine klare Positionierung der Region nach Außen. Sicherung der Lebensqualität und Bewusstseinsbildung bei den Bewohnern für die Lebensqualität in der Region. Stärkung der regionalen Identität und des Regionsbewusstseins im Pieiachtal. Stärkung eines integrativen, nachhaltigen Tourismus und der damit verbundenen regionalen Wertschöpfung. Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Nachbarregionen in der Projektentwicklung und Umsetzung.

Bürgerbeteiligung

1. Stärkung und Einbindung der Land- und Forstwirtschaft in regionale Kreisläufe Einrichtung einer Dörrobst- und Edelbrandgemeinschaft Pielachtaler Schmankerlexpress -> Bewirtschaftung durch die Direktvermarkter des TalesErrichtung eines Kulturlandschaftsgarten Pielachtal“ (Konzeptionsphase)Pielachtaler Holzbörse Pielachtaler Frischmilch (Belieferung von Volks- und Hauptschulen sowie Kindergärten) Kooperation Fernwärmegenossenschaft Frankenfels und regionale Landwirten Kooperationen von Betrieben mit den Direktvermarktern (Schafkäse, Fleisch, Dörrobst, Säfte, etc. von regionalen Produzenten) 2. Erhaltung und Aufbau standortgerechter Erwerbsmöglichkeit Erhaltung der Nahversorgungsbetriebe: Wiedereröffnung eines familiär betriebenen Sparmarktes in Rabenstein Gestaltung von ortsbildgerechten Durchfahrten mit Schaffung von Parkplätzen (laden zum Einkaufen ein) Bioladen mit regionalen Produkten und Errichtung eines Dörrobst Ab-Hof-Ladens Errichtung eines Seminar- und Gesundheitszentrums “Steinschaler Dörfl‘ (bis zu 90 Arbeitsplätze sollen geschaffen werden) (Gesundheitszentrum in Konzeption) Projekt Betriebskooperation“ (Zusammenarbeit von 6 Leitbetrieben im Pielachtal) zur Stärkung der regionalen Wirtschaft 3. Verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen, ökologisch verträgliche Ver- und Entsorgung sowie Nutzung erneuerbarer Rohstoffe Fernwärmegenossenschaft Frankenfels (110 Abnehmer, 70% des Hackgutes liefern reg. Landwirte) Errichtung von Altstoffsammelstellen Unterstützung von Hausbesitzern (Förderung v. Solaranlagen sowie Fassadenförderung (Wärmeschutz)) Durchführung des Steinschaler Nachhaltigkeitsberichts Durchführung eines Regionalen Nahhaltigkeitsberichts (in Vorbereitung) 4. Symbiose von schützenswerter alter und qualitätsvoller zeitgemäßer Bausubstanz sowie ressourcensparende, ortstypische Siedlungsentwicklung Erstellung eines Kleiregionalen Rahmenkonzeptes für das Pielachtal Fassadenaktion der Dorferneuerung für den Ortskern Revitalisierungen (Grassermühle - 300 Jahre alte Baussubstanz, Sgraffitos (Gründungssage Frankenfels, etc.)) Kirchenrenovierungen Bewirtschaftung des Bergbauernmuseums und der Holzknechthütte Hausstein in Frankenfels 5. Entwicklung und Erhaltung der Kulturlandschaft unter Berücksichtigung der ökologischen Zusammenhänge Bewirtschaftung von Gemeindealmen Errichtung eines “Kulturlandschaftsgartens Pielachtal (Konzeptionsphase) Kooperationen mit Direktvermarktern -> Erhalt der kleinteiligen Kulturlandschaft durch Inwertsetzung von regionalen Iandwirtschaftlichen Produkten (z. B. Dirndlstrauch) Interkommunales Pilotprojekt “Bodenbündnis Pielachtal“ (detailreiche Problemdarstellung und Handlungsempfehlungen in Bezug auf Kulturlandschaftserhaltung Waldentwicklung und Hochwasserschutz) Waldlehrpfade, Wanderwege

Auswirkungen auf die Lebensqualität

6. Stärkung der Identität und des Selbstbewusstseins der Bewohnerlnnen insbesondere durch Kulturinitiativen und Weiterbildung Die Fülle an Vereinen sorgt für die Grundlage einer starken Identitat mit dem Heimatort/Region Projekt “Integrative Kultur Pielachtal‘ mit dem Ziel der Schaffung eines ganzjährigen Kulturangebotes sowie der Veranstaltung von Symposien und Workshops Projekt “Qualifizierungsmaßnahmen Pielachtal mit den Maßnahmeschwerpunkten Ökotourismus, Ökozertifizierung und Klimabündnis Projekt “Qualifizierungsoffensive Wirte“ mit dem Ziel Weiterbildung der in der Pielachtaler Gastronomie beschäftigten Personen (in Vorb.) Gemeindeebene: Buraqes~Dräche• Konzerte. Faschingsumzüge Oktoberfest 7. Wiederbelebung traditioneller und Schaffung zeitgemäßer soziokultureller und sozialer Qualitäten Attraktivierung des Juwels des Tales - die Mariazellerbahn (Pielachtaler Schmankerlexpress, Aufstellung von Info Tafeln) um die Zukunft der Schmalspurbahn sowohl für den Ausflugstourismus als auch als Nahverkehrsmittel gewährleisten zu können Traditionsarbeit durch Folkloregruppen (Trachtenvereine - eigene Schneiderin im Tal die das Pielachtaler­Dirndl näht) Bewirtschaftung eines Bergbauernmuseums (Mostheuriger, Sterzhütte, Museum) Volkshochschlule Pielachtal (im Frühjahr und Herbst ca. 50 Kurse für 500 Weiterbildungswütige) Steigerung des Wissentransfers durch Multimediathek, Projekt Bibliothekenverbund in Planung. 8. Förderung der Teilhabe aller Generationen, Geschlechter, Nationalitäten sowie von Menschen mit beson­deren Bedürfnissen am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben Erhaltung der Nahversorgung besonders für die ältere Generation Sozial initiativen (Essen auf Rädern, Hauskrankenpflege Seniorensprechtage, Rettungsstelle, ...) Jugend- und Kinderinitiativen (Konzerte, Kinderfeste, Errichtung von naturnahen Kinderspielplätzen, Festivals, ...) Lehrplatzförderungen der Gemeinden für Lehrbetriebe Großes Sport- und Freizeitangebot Dorffeste ermöglichen der Bevölkerung aktiv, durch verschiedenste Angebote am Dorfleben teilzunehmen Gäste des Tales werden aktiv in das Vereinsleben eingebunden (traditionelle Tänze, Stockschießen, ...) Die durchgeführten sowie die zukünftige Maßnahmen basieren auf einem regionalen Entwicklungsplan mit der Laufzeit 2001 bis 2005. Im Entwicklungsplan wurde das in der Region vorhandene Potential erhoben, Ziele formuliert und Indikatoren zur Erfolgsüberprüfung erarbeitet. Ebenfalls wurden im Entwicklungsplan sogenannte ‘Schlüsselprojekte“ angeführt. Diese beziehen sich auf folgende Schwerpunkte: Integratives Tourismusmarketing erneuerbare Energieversorgung im Pielachtal Errichtung eines Ökokompetenzzentrums Attraktivierung der Mariazellerbahn Errichtung von Regions- und Ökoerlebniswegen Verarbeitung und Vermarktung von regionalen Kreislaufprodukten Interaktives Bevölkerungsbeteiligungssystem „Internetprojekt Pielachtal“ Öko-Musterregion Pielachtal und Überregionales Pielachtaler Raumordnungsprogramm. Ein neuer Entwicklungsplan für die Periode 2006- 2013 wird bereits in Angriff genommen. Da die Projektideen meist von der Bevölkerung an das Regionalbüro herangetragen werden, sind diese auch bei allen Entscheidungen und Umsetzungsschritten beteiligt (Workshops, etc.). Das Regionalbüro unterstützt die Projektwerber bei der Konkretisierung der Projekte sowie bei der Durchführung und bei der Evaluierung. Leader + Projekte müssen laut Bestimmung vom Vorstand der LAG genehmigt werden, der wiederum aus den Gemeindevertretern und den Interessenvertreterlnnen besteht. In Kirchberg wird noch im Oktober die Veranstaltung der Dorferneuerung „24h Kirchberg“ durchgeführt. Entsprechend den umzusetzenden Projekten werden diese betreut/moderiert/begleitet von: Regionalbüro Pielachtal (v.a. Leader+ Projekte) Dorferneuerung (Projekte der Stadt- und Dorerneuerung) Externe Berater (v.a. touristische Projekte) Universitätspersonal (z.B. Projekt ‘Lebensqualität von Frauen und Männern im Iändlichen Raum im Sinne von Gender Mainstreaming“ (in Vorbereitung)) Interregional: Kooperationsprojekt ‘Exkursionsservice‘ mit LAGs Holzwelt, Vorarlberg und Güssing. Ziel: Leaderrolle wahrnehmen und als “best practise‘ Beispiel für Vereine, Schulgruppen, andere Regionen, etc. fungieren. regional: Dörrobst- und Edelbrandgemeinschaft Pielachtal. Ziel: Gemeinsame Vermarktung regionaler Produkte Betriebskooperation Pielachtal: gemeinsame Werbeaktionen sowie gemeinsame Kundenbindung durch bewussten Einsatz der markanten einzelbetrieblichen USP‘s. Holzbörse Pielachtal, Linie 8 - Pielachtaler Holzwerkstätten, etc. wöchentlich wird die sog. “Dirndlpost mit den Veranstaltungstipps der Woche an alle Betriebe im Pielachtal ausgesendet (zur Auflage für die heimische Bevölkerung und die Gäste des Tales). Informationen über das Pielachtal kann man im tiscover unter pielachtal.info sowie unter www.dirndltal.at abfragen (die Regions-homepage ist gerade in Überarbeitung und soll bis Winterbeginn fertiggestellt werden). Das Regionalbüro informiert die Gemeinden und diese wiederum über die laufenden und in Vorbereitung befindlichen Projekte (per mail und via Gemeindezeitung). Informationen über die einzelnen Erlebnispunkte im Pielachtal wird man mittelfristig via Handy abrufen können (zum Normaltarif) (in Vorbereitung). “Wandel als Chance“ spiegelt sich im Pielachtal - dem Dirndltal in vielen Bereichen wieder! Die Gründung des Vereines “Regionalplanungsgemeinschaft Pielachtal“ führte weg vom kommunalen Denken hin zum regionalen Denken. Man erkannte, dass durch Kooperation und Zusammenarbeit mehr erreicht werden kann als eine Gemeinde alleine erreichen könnte. Die Einbeziehung der Bevölkerung in Entscheidungsprozesse führte zur stärkeren Auseinandersetzung mit deren Heimatregion und deren Potentiale sowie zu einem ganzheitlichen regionalen Denken auch in der Bevölkerung. Der Ausbau und die Stärkung der regionalen Kreislaufwirtschaft ermöglichte die Erhaltung der traditionellen Kulturlandschaften und die Aufwertung des Images der bäuerlichen Bevölkerung. Der Landwirt als Landschaftspfleger ist ein wichtiger Akteur im Landschafts- und Naturschutz! Durch die Erhaltung und Sicherung der intakten Natur- und Kulturräume konnte ein integrativer, nachhaltiger Tourismus forciert werden, der wiederum die regionalen Betriebe sowie auch die Landwirtschaft stärkt. Durch die Einbeziehung der Bevölkerung in Entscheidungsprozesse sowie durch die Erhaltung des Natur- und Kulturraumes konnte die Lebensqualität in der Region erhalten oder sogar noch verbessert werden, was sich wiederum auf die Bevölkerungs- als auch auf die Besucherzahl positiv auswirkt. Die ansteigenden Gästezahlen führen zur Stärkung des Bewusstseins bei der heimsichen Bevölkerung in welch attraktiver und reizvoller Region sie leben, die regionale Identität wird gestärkt. Die Öffnung der Region für Gäste mindert Vorurteile gegenüber Fremden und führt zu mehr Verständnis für andere Ansichten und Kulturen. Das Pielachtal setzt auf eine ganzheitliche, nachhaltige Regionalentwicklung. Dem Wandel, dem sich das Tal der Dirndln in den letzten Jahren unterzogen hat, führte nicht zum Verlust der traditionellen, kulturellen Werte sondern er führte zu mehr Gemeinschaft, mehr Zusammenarbeit und mehr Kooperation sowie zu einer Stärkung des regionalen Bewusstseins in den Menschen und zum Bedürfnis aus dieser wertvollen Region etwas großartiges erwachsen zu lassen. Mit Hilfe eines integrativen, nachhaltigen Tourismus soll die Ganzheitlichkeit des Dirndltales den Gästen der Region näher gebracht werden. Der Wandel als Chance des Pielachtals - des Tals der Dirndln!

Projektzeitraum

2003 - 2010

Teilnahmejahr

2005

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