Kategorie

Soziale Dorferneuerung, Generationen

Träger

Gemeinde Gnadendorf

PLZ Ort

2152 Gnadendorf

Beschreibung

Wohnten vormals oft mehrere Generationen miteinander in einem Haus, so leben heute nur mehr wenige Menschen darin. Bis in die 1960er Jahre gab es in Eichenbrunn rund 110 Hausnummern, heute sind es fast 170. Die HausbewohnerInnen des Jahres 2017 (also die heutige aktuelle „Hausbesetzung“) stellten sich bei diesem Projekt vor ihr eigenes Haus und wurden mit der Hausfassade fotografiert. Historische Ansichten der Häuser wurden eingesammelt, archiviert und mit Informationen versehen. Mit den alten Ansichten zeigt sich am besten die Metamorphose des gesamten Dorfes. An einer zentralen Stelle in Eichenbrunn wurde ein drehbarer Fotorahmen errichtet, bei dem Selfies mit verschiedenen Ansichten des Dorfes im Hintergrund fotografiert werden können. Der Rahmen wird eifrig von Einheimischen und Gästen genutzt. Bei einem Fest am 11. Juni 2017 zeigte man öffentlich die neuen und alten Fotos und präsentierte sie in Fotobüchern. In Vorträgen von ExpertInnen konnte zudem ein Blick in die Zukunft und die zu erwartende Entwicklung des Dorfes gewagt werden. Nach einer Befragung der örtlichen Jugend und der Vereine entstand auch die „Charta für Eichenbrunn“. Jeder Eichenbrunner Haushalt erhielt zum Projektabschluss ein Foto der eigenen „Hausbesetzung 2017“.

Bürgerbeteiligung

Das 24köpfige Projektteam motivierte die Ortsbevölkerung, sich für die Fotos zur Verfügung zu stellen, dies gelang zu fast 100%. An mehreren Sonntagen zogen die Fotogruppen durchs Dorf, sammelten alte Ansichten und fotografierten die aktuellen BewohnerInnen. An einer Online-Umfrage unter Jugendlichen im Ort nahmen fast 80% teil – 82,5% der Jugendlichen möchten weiter im Ort leben. Sämtliche Vereine wurden zu den gesellschaftlichen Veränderungen befragt. Die Ergebnisse der Befragungen wurden zur Charta für Eichenbrunn zusammengefasst, die als Basis für die weitere Dorfentwicklung dienen soll. Bei der Abschlusspräsentation wurden mehr als 200 BesucherInnen gezählt.

Auswirkungen auf die Lebensqualität

Durch die Einbindung der Jugendlichen in das Projekt wurde die Rolle der jungen Menschen im Dorf enorm aufgewertet. Das Thema Hausbau im Ort führte zu Diskussionen über Leerstände und Siedlungsgebiete. Generationenübergreifendes Wohnen wurde thematisiert und durch die Fotos bewusst gemacht. Zugezogene haben plötzlich ein Gesicht, weil sie im Fotobuch dem jeweiligen Haus zugeordnet werden können – somit gelingt die Integration auch leichter. Das Bewusstsein über den Wert des Dorflebens ist durch dieses Projekt gesteigert worden.

Teilnahmejahr

2017

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