16. Mai 2022

Am Freitag, den 13. Mai 2022, fand im oberösterreichischen Hinterstoder die Auszeichnung der europäischen Dorferneuerungspreise 2020 der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung statt. Die Verleihung nahmen Landeshauptfrau und neue ARGE-Vorsitzende Johanna Mikl-Leitner, ihr ARGE-Vorgänger Landeshauptmann a. D. Erwin Pröll, Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer und ARGE-Geschäftsführerin Theres Friewald-Hofbauer vor.

In Summe haben sich 26 Teilnehmer unter dem Motto „Lokale Antworten auf globale Herausforderungen“ um die renommierte Auszeichnung beworben. Als Teilnehmer für Niederösterreich ging die Marktgemeinde Großschönau ins Rennen. Nun kann man sich in der Waldviertler Gemeinde über den „Europäischen Dorferneuerungspreis in Gold für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität“ freuen.

Die Jury lobt in ihrer Entscheidung vor allem die „kontinuierliche und ganzheitliche Gemeindeentwicklung von höchster Qualität“. Insbesondere der Bereich Energie und Klima stelle ein Alleinstellungsmerkmal dar „und kann als überragend bezeichnet werden“, heißt es in der Begründung für die Auszeichnung. Weiters wurde lobend erwähnt, dass Großschönau seit Jahrzehnten auf erneuerbare Energie setzt – neben der jährlichen Bioenergiemesse gibt es dort etwa das Ausstellungszentrum Sonnenwelt. Dazu komme aber auch noch das funktionierende Dorfleben: „Die Marktgemeinde ist in vielen Verbänden vernetzt, in zahlreichen zukunftsweisenden Organisationen Gründungsmitglied und ein Ort der Gemeinschaft mit einem hohen Maß an BürgerInnenbeteiligung, die auch wertgeschätzt und explizit gewürdigt wird.“, heißt es etwa im Juryentscheid.

Bürgermeister Martin Bruckner zeigt sich angesichts der hohen Auszeichnung ergriffen: „Wir haben eine Wegmarke erreicht, an der wir dankbar und auch stolz sein dürfen. Das Engagement so vieler Bürgerinnen und Bürger über Jahrzehnte trägt Früchte. Ich darf mich bei allen Beteiligten für so viel Innovation, so viel Arbeit und für so viel Miteinander bedanken.“

Die höchste Auszeichnung, der „Europäische Dorferneuerungspreis 2020“, ging diesmal an den bayrischen Gemeindeverband Hofheimer Land. Dort wurde laut Jury unter anderem der Leerstand wirkungsvoll bekämpft. Außerdem wurden mehrere deutsche Orte, die während der Beurteilungsphase im Juli 2021 vom verheerenden Hochwasser heimgesucht wurden, mit Sonderpreisen gewürdigt.


Ein Überblick der PreisträgerInnen:

Europäischer Dorferneuerungspreis 2020
Hofheimer Land, Bayern, Deutschland

Sonderpreis zur Ermutigung
Dernau, Mayschoss und Rech, Rheinland-Pfalz, Deutschland

Europäischer Dorferneuerungspreis in Gold für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität(in alphabetischer Reihenfolge)

  • Brda, Slowenien
  • Esbeek, Noord-Brabant, Niederlande
  • Garnich, Luxemburg
  • Großschönau, Niederösterreich, Österreich
  • Környe, Ungarn
  • Oberndorf, Niedersachsen, Deutschland
  • Prutz, Tirol, Österreich

Europäischer Dorferneuerungspreis in Silber für besondere Leistungen in zahlreichen Bereichen der Dorfentwicklung

  • Dąbrowa, Opole, Polen
  • Ehinger Alb, Baden-Württemberg, Deutschland
  • Genussregion Wilchingen und Trasadingen, Schaffhausen, Schweiz
  • Rohrbach bei Mattersburg, Burgenland, Österreich
  • Steinbach, Thüringen, Deutschland
  • Trebesing, Kärnten, Österreich
  • Wauwil, Luzern, Schweiz

Europäischer Dorferneuerungspreis in Bronze für einzelne oder mehrere besonders überzeugende Entwicklungsprojekte

  • Dolní Němčí, Zlín, Tschechische Republik
  • Eggiwil, Bern, Schweiz
  • Giersleben, Sachsen-Anhalt, Deutschland
  • Herrnhut, Sachsen, Deutschland
  • Montenau-Iveldingen, Ostbelgien, Belgien
  • Lipová, Ústecký kraj, Tschechische Republik
  • Lückert, Nordrhein-Westfalen, Deutschland
  • Niederwalgern, Hessen, Deutschland
  • Papradno, Slowakische Republik
  • Setomaa, Kreis Võru, Estland

Die NÖ.Regional begleitet sämtliche Prozesse der Landesaktion „NÖ Dorferneuerung“. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Aktivierung der Bevölkerung, für den eigenen Lebensraum Verantwortung zu übernehmen. Durch einen ganzheitlichen Ansatz soll der ländliche Raum in den Bereichen Soziales, Bildung, Freizeit & Kultur, Wirtschaft, Siedeln, Bauen & Wohnen, Klimaschutz sowie Mobilität & Umwelt gestärkt werden.