22. Oktober 2019

Das Erste österreichische Museum für Alltagsgeschichte lud am 4. Oktober zu einer besonderen Buch- und Filmpräsentation in den Kulturhof von Neupölla. In der Begrüßung wies Bgm. Gernot Hainzl von der Nachbargemeinde Röhrenbach auf die gewaltigen Veränderungen der letzten Jahrzehnte hin, die der heutigen Jugend bewusst gemacht werden müssten. Er brachte die Veränderung mit den Worten: "Unser Facebook war das Milchhaus" auf den Punkt.

Der 1944 geborene Manfred Leeb stellte sein „Tagebuch“ des Ortes Winkl vor. Der erste Teil behandelt historische Erinnerungen beginnend mit der „Russenzeit“ und der wirtschaftlichen und vor allem technischen Entwicklung der Nachkriegszeit. Der zweite Teil beschreibt die einzelnen Arbeiten am Bauernhof im Lauf des Tages und des Jahres. Kennzeichen der Landwirtschaft waren damals die Vielseitigkeit der Produktion und der große Arbeitsbedarf sowie der hohe Grad an Selbstversorgung und Nachhaltigkeit. Der Autor möchte damit späteren Generationen einen Eindruck von der harten Arbeit und dem bescheidenen Leben dieser Zeit vermitteln. Eine ähnliche Motivation brachte auch Anna Thaller in Längenfeld dazu, die Arbeit der Feld- und Weinbauern in einem Dokumentarfilm nachstellen zu lassen. Sie musste mit Entsetzen feststellen, dass heutige Kinder glauben, Ferkel könnten sprechen wie es in der Fernsehwerbung gezeigt wird. Auch in diesem Werk werden die rasanten Fortschritte der Technik und die daraus resultierenden Veränderungen deutlich. Das zahlreich erschienene Publikum beteiligte sich auch an der lebhaften Diskussion, in der man u.a. erfuhr, dass es heute in den 13 Ortschaften der Marktgemeinde Pölla nur mehr einen Milch- und einen Schweinebauern gibt. Das Museum in Neupölla hat mit dieser Veranstaltung wieder einen wichtigen Bildungsauftrag erfüllt, der – wie es eine anwesende Mittelschullehrerin sagte - in den wenigen Schulstunden leider zu kurz kommt.

Die NÖ.Regional.GmbH begleitet sämtliche Prozesse der Landesaktion „NÖ Dorferneuerung“. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Aktivierung der Bevölkerung, für den eigenen Lebensraum Verantwortung zu übernehmen. Durch einen ganzheitlichen Ansatz soll der ländliche Raum in den Bereichen Soziales, Bildung, Freizeit & Kultur, Wirtschaft, Siedeln, Bauen & Wohnen, Klimaschutz sowie Mobilität & Umwelt gestärkt werden.